Die Gattung der Alpenschrecken – eine Geschichte von Endemismus, Isolation, Eiszeiten und Naturschutzrelevanz

10 Novembre 2021 - 18:00

Vertreter aus der Gattung der Alpenschrecken (Anonconotus) sind große, flugunfähige Langfühlerschrecken, die fast ausschließlich oberhalb der Waldgrenze vorkommen. In den Alpen gibt es insgesamt sieben endemische Alpenschreckenarten, das heißt, diese Arten kommen weltweit nur in den Alpen vor und sind dementsprechend auch von besonderem Interesse für den Naturschutz. Innerhalb der Alpen haben einige dieser Heuschrecken ein sehr kleines Verbreitungsgebiet, welches oft nur wenige Berge umfasst, und so gibt es oft nur wenig oder gar keinen genetischen Austausch mit Nachbarn derselben Art. Die wiederholte Isolation von Populationen während der Eiszeitalter hat einerseits die Bildung von Arten begünstigt, andererseits kann Isolation auch zu Inzucht und dem Aussterben von Populationen führen. Ein Forschungsprojekt des Naturmuseums befasst sich nun mit den Alpenschrecken und beleuchtet die komplexe Evolutionsgeschichte dieser charismatischen Artengruppe.
Philipp Kirschner ist Wissenschaftler an der Universität Innsbruck und am Naturmuseum Südtirol und beschäftigt sich mit Biogeographie europäischer Gebirge.

Eintritt frei

Info: 0471 413430
In deutscher Sprache